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Der KU64-Zahnarzt-Tipp: Au Backe! Das hilft gegen Zahnschmerzen

08.02.2022

Zahnschmerzen können richtig fies sein. Wohl niemand denkt gerne darüber nach. Genau das soll man aber am Tag der Zahnschmerzen – damit man sorgsamer mit seinen Zähnen umgeht und keine Höllenqualen durchleiden muss wie die Heilige Apollonia. Wer ein paar Tipps beachtet, kann Zahnweh lindern und natürlich  gezielt vorbeugen.

 Wann ist der Tag der Zahnschmerzen?

Der sogenannte National Toothache Day ist eine Erfindung aus den USA und wird jedes Jahr am 9. Februar zelebriert. Der Gedenktag wird auch in Europa immer populärer und erlangt zunehmend Bedeutung. An diesem Tag soll man etwas über die Gründe von Zahnschmerzen erfahren und Strategien kennenlernen, wie man Zahnweh vermeiden kann. Interessanterweise fällt der Gedenktag mit dem christlichen Namenstag der Heiligen Apollonia zusammen. Sie ist die Patronin der Zahnärzte und Schutzheilige bei Zahnkrankheiten und eine der 14 Nothelfer. Sie wurde der Überlieferung nach im Jahre 249 auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Was kann der Grund sein, wenn man Zahnschmerzen hat?

Zahnschmerzen können blitzartig sein, scharf, bohrend, pochend, klopfend, stechend oder pulsierend. Sie können auftreten bei Kälte, bei Wärme, bei Druck, bei Süßem. Auf jeden Fall zählen sie zu den unangenehmsten Schmerzen im menschlichen Körper. Die Bandbreite ist vielfältig und individuell – ebenso wie die Ursachen. Meistens jedoch ist der Zahn von Karies befallen oder es liegt eine Entzündung des Zahnfleisches vor. In diesen Fällen sind häufig Bakterien die Auslöser, die sich aufgrund mangelnder Mundhygiene vermehren konnten und dem Kauapparat schaden. So entstehen Karies, Pulpitis (Entzündung des Zahnmarks infolge unbehandelter Karies), Gingivitis (Infektion des Zahnfleischs) und Parodontitis (Entzündung des Zahnhalteapparates). Auch gesprungene oder abgebrochene Zähne sowie beschädigte Füllungen oder Kronen können Schmerzen verursachen. Eine weitere Ursache kann Zähneknirschen bzw. Kieferpressen sein (Bruxismus). Nicht immer liegen die Ursachen für Zahnschmerzen in der Mundhöhle oder im Rachenraum. Sie können auch auf Erkrankungen in anderen Körperregionen aufmerksam machen, etwa Erkrankungen des Hals-Nasen-Ohren-Trakts oder als ausstrahlende Schmerzen von Triggerpunkten bei einer cranio-mandibulären Dysfunktion (CMD) auftreten.

Wann muss man dringend zum Zahnarzt?

Man sollte bei jeder Art von Zahnschmerz möglichst schnell zum Zahnarzt gehen. Mit Zahnschmerzen signalisiert der Körper, dass etwas nicht stimmt. Unternimmt man nichts, kann aus einem kleinen Problem schnell ein großes werden. Wer rechtzeitig den Zahnarzt aufsucht, erhöht die Chancen, die Schmerzen bald wieder los zu sein. 

Gründliche Zahnpflege und regelmäßige Zahnarztkontrollen sind wichtig
 Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind wichtig I Quelle: pexels

 

Können Zahnschmerzen harmlos sein?

Natürlich können Zahnschmerzen harmlose Ursachen haben, die man einfach beheben kann. Zahnschmerzen sind aber immer ein Alarmsignal, das auf tieferliegende Ursachen hindeuten kann. Belastbare Aussagen kann nur ein Zahnarzt machen. Deshalb: Lieber einmal zu oft zum Zahnarzt gehen als einmal zu wenig! 

Welche Tabletten helfen bei Zahnschmerzen?

Wenn man nicht sofort einen Zahnarzt aufsuchen kann, helfen Schmerzmittel, um kurzzeitig Linderung zu verschaffen. In Apotheken sind rezeptfreie Schmerzmittel (Analgetika) erhältlich. Tabletten sind aber nicht allesamt gleich gut bei Zahnschmerzen geeignet. Von Medikamenten mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) ist abzuraten. Sie wirken zwar schmerzstillend, hemmen aber gleichzeitig die Blutgerinnung, was bei einer zahnärztlichen Behandlung zu Komplikationen bei der Blutstillung führen kann. Paracetamol lindert ebenfalls Schmerzen, aber weniger stark als ASS. Es wirkt deshalb bei starken Zahnschmerzen nur bedingt, zudem kann es bei zu hoher Dosierung die Leber schädigen. Auch Diclofenac lindert Schmerzen. Allerdings kann das Medikament zu Beschwerden im Magen-Darmtrakt führen, zudem wirkt es kürzer als andere Schmerzmittel. Die beste Wahl sind Ibuprofen-Tabletten, auch wenn sie wie Diclofenac auf den Magen schlagen können. Ibuprofen wirkt nicht nur schmerzstillend, sondern auch entzündungshemmend. Das kann bei Zahnschmerzen hilfreich sein. In jedem Fall gilt: Man sollte ein Medikament nicht länger als erforderlich einnehmen und die im Beipackzettel empfohlene Dosierung sowie Gegenanzeigen und Wechselwirkungen beachten. Auch der Apotheker kann beraten.

Welche Hausmittel helfen bei Zahnschmerzen?

Sind keine Schmerzmittel greifbar, können Hausmittel Linderung verschaffen. Das Kühlen mit Eis oder kalten Kompressen an der schmerzenden Stelle verringert den Blutfluss im umgebenden Gewebe und wirkt betäubend. Nelkenöl oder Nelken können ebenfalls helfen. Hierfür trägt man etwas Nelkenöl auf die betroffene Stelle auf. Oder man zerbeißt eine Nelke an der schmerzenden Stelle, wodurch der Wirkstoff Eugenol freigesetzt wird. Er wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend. Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe weiterer Hausmittel, etwa Baldrian, Knoblauch, Zwiebeln oder Mundspülungen mit Kamillen-, Salbei- oder Pfefferminztee. Dauerhafte Linderung können Hausmittel aufgrund ihrer geringen und kurzfristigen Wirkung nicht entfalten. Sie können nur die Schmerzen bis zum nächsten Arztbesuch dämpfen. Ein Tipp: Wer außer­halb der übli­chen Sprech­zeiten seines Zahnarztes von Schmerzen geplagt wird, kann sich an den zahn­ärzt­li­chen Notdienst wenden.

Können Zahnschmerzen wieder von selbst gehen?

Wer meint, Zahnschmerzen könne man aussitzen, wird in den meisten Fällen eines Besseren belehrt. In der Regel werden Zahnschmerzen eher schlimmer, wenn man nichts gegen sie unternimmt. Nur in seltenen Fällen verschwinden Zahnschmerzen nach ein paar Tagen wieder. Dies ist ein weiteres Alarmsignal des Körpers und ein möglicher Hinweis auf eine Entzündung des Zahnnervs. Ist die Zahnwurzel betroffen, muss der Zahn einer Wurzelbehandlung unterzogen oder sogar gezogen werden – das sind unangenehme Prozeduren. Wer nichts tut, riskiert unnötigerweise, zweimal Schmerzen zu haben. Deshalb lieber gleich zum Zahnarzt.

Wie kann ich Zahnschmerzen vorbeugen?

Das einfachste Mittel, um Zahnschmerzen zu vermeiden, ist die gründliche Zahnpflege. Das heißt, Zahnbürste, Zahnseide und Mundspülung mindestens zweimal täglich nutzen. Wer seine Zähne gut pflegt und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Zahnarzt wahrnimmt und routinemäßig professionelle Zahnreinigungen durchführen lässt, senkt das Risiko von Karies, Parodontitis und natürlich Zahnschmerzen. Mit einer gesunden und möglichst zuckerfreien Ernährung leisten Sie ebenfalls einen Beitrag zu nachhaltiger Zahngesundheit

Gründliche Zahnpflege und regelmäßige Zahnarztkontrollen  sind wichtig
Gründliche Zahnpflege zur Vermeidung von Karies I Quelle: unsplash

 

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