Unsere Dentosophie-Expertin Clara-Constanze Meinberg im Interview

Clara-Constanze Meinberg, Zahnärztin für ganzheitliche Zahnmedizin und Heilpraktikerin bei KU64
Clara-Constanze Meinberg, Zahnärztin für ganzheitliche Zahnmedizin und Heilpraktikerin bei KU64

Dürfen wir vorstellen: Clara-Constanze Meinberg, Expertin für ganzheitliche Zahnmedizin und Dentosophie bei KU64 in Berlin-Charlottenburg. Mit ihrer einzigartigen Qualifikation als Zahnärztin, Heilpraktikerin und Hypnosetherapeutin erweitert sie in ihrer Behandlung den Blickwinkel auf Gesundheit und Behandlung entscheidend.

Atmung, Zunge und Biss im Gleichgewicht

Der sanfte, ursachenorientierte Therapieansatz der Dentosophie bringt Atmung, Zungenlage und Biss wieder ins Gleichgewicht. Das verbessert die funktionellen Ursachen komplexer Beschwerdebilder wie Zähneknirschen, Spannungen im Kiefer, bei bestimmten chronischen Schmerzen oder Schnarchen. Mit gezielten Übungen und dem Balancer als Trainingsgerät wird das System neu balanciert, um die grundlegenden Funktionen neu zu programmieren und dem Körper dadurch eine bessere Balance zu ermöglichen. Erfahren Sie im Interview mit unserer Dentosophie-Therapeutin Clara-Constanze Meinberg, wie dieser ganzheitliche Ansatz für viele Patientinnen und Patienten ein echter Wendepunkt sein kann und bei zahlreichen Beschwerden wie Fehlstellungen und Muskelfunktionsstörungen hilft.

Frau Meinberg, was bedeutet ganzheitliche Zahnmedizin für Sie im Alltag?

Zahnmedizinische Behandlungen berücksichtigen oft nicht genug die allgemeinen Einflüsse auf den Körper, während andererseits in der Humanmedizin der Mundraum häufig vernachlässigt wird – obwohl sich viele Ungleichgewichte schon früh im Mund zeigen und dort erkannt werden können. Ich betrachte Patientinnen und Patienten in ihrer gesamten körperlichen und funktionellen Vernetzung. So entsteht ein differenziertes Gesamtbild, um nicht nur Symptome zu behandeln, sondern gezielt an den zugrunde liegenden funktionellen Ursachen zu arbeiten.

Sie haben vor dem Studium der Zahnmedizin eine Ausbildung als Heilpraktikerin und als Hypnosetherapeutin gemacht. Wie prägt diese Kombination Ihren Blick auf Gesundheit und Behandlung?

Beides hat meinen Blickwinkel auf Gesundheit entscheidend erweitert. Ich sehe nicht mehr nur den Patienten oder die Patientin mit Zahnschmerzen, sondern das gesamte „Päckchen“, das er mitbringt. Mein Screening geht dabei bewusst über die offensichtlichen Beschwerden hinaus und stellt oft Fragen, die für Patientinnen und Patienten zunächst überraschend sind, aber zentrale Zusammenhänge sichtbar machen.

Die meisten Menschen denken bei Zahnmedizin sicherlich zuerst an Zähne. Warum spielen Atmung, Zungenlage, Schlucken und Kauen eine so große Rolle?

Die Zunge ist die „Königin der Haltung“ – ihre Ruhelage und Funktion beeinflussen maßgeblich die Balance und Statik von Muskeln und Kiefer, und damit die Regulation im gesamten Körpersystem. Gerät dieses fein abgestimmte Zusammenspiel von Atmung, Schlucken und Kauen aus dem Gleichgewicht – etwa durch Mundatmung –, zeigen sich neben Folgen wie Karies und Parodontitis oft auch unbewusste ausgleichende Gewohnheiten wie Zähneknirschen oder -pressen, die auf eine gestörte Funktion hinweisen.

Welche Anzeichen sehen Sie in der Praxis besonders häufig, wenn Mundschluss, Mundatmung oder die Zungenlage aus dem Gleichgewicht geraten sind?

Häufig sehen wir unspezifische Beschwerden wie chronische Verspannungen im Kiefer-, Nacken- und Schulterbereich, immer wiederkehrende Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme oder auch Erschöpfung, die selten mit dem Mundraum in Verbindung gebracht werden. In der klinischen Untersuchung zeigen sich zudem trockene Schleimhäute, vermehrte Karies– und parodontisbedingten Zahnfleischrückgang sowie gestörte Abläufe beim Schlucken und in der Zungenruhelage.

Oft sind ja auch schon Kinder betroffen. Gibt es typische Anzeichen, bei denen Eltern früh aufmerksam werden und eine dentosophische Behandlung in Betracht ziehen sollten?

Typische Frühzeichen bei Kindern sind ein dauerhaft offener Mund – insbesondere im Schlaf –, Schnarchen oder unruhiger Schlaf sowie Zähneknirschen. Auch kleine Anzeichen wie morgens stark zerzaustes Haar im Hinterkopf können darauf hinweisen, dass sich der Körper nachts viel bewegt, um Dysbalancen bei der Atmung auszugleichen. Dazu kommt oft eine höhere Anfälligkeit für Infekte und Konzentrationsschwierigkeiten. Aus fachlicher Sicht ist entscheidend, dass diese funktionellen Störungen frühzeitig erkannt werden. Denn sie wirken stark auf das Wachstum, die Steuerung der Muskeln und die langfristige Stabilität von Zähnen und Kiefer.

Clara-Constanze Meinberg, Dentosophie-Expertin bei KU64, kennt die Zusammenhänge zwischen funktionellen Störungen und Mundgesundheit
Clara-Constanze Meinberg, Dentosophie-Expertin bei KU64, kennt die Zusammenhänge zwischen funktionellen Störungen und Mundgesundheit

Was genau ist der Balancer und was verändert sich dadurch im Mund- und Kieferbereich?

Der Balancer ist eine flexible Trainingsschiene, die zur Anwendung im Rahmen der Dentosophie entwickelt wurde. Die Patientin oder der Patient trägt es zwischen Oberkiefer und Unterkiefer und kann damit gezielt Muskeln und Nerven im Mund- und Gesichtsbereich trainieren. Durch wiederholte Impulse mit entsprechenden Übungen, dem täglichen Tragen und dem späteren nächtlichen Tragen lernt der Körper, zentrale Funktionen wie Atmung und Biss wieder natürlich zu steuern. Das verbessert gezielt die Ruhelage der Zunge, das Schluckmuster und die Koordination der Muskeln im Kieferbereich. Dadurch bilden sich schädliche Gewohnheiten wie Knirschen oder Pressen allmählich zurück. Gleichzeitig wirkt das positiv auf die natürlichen Bewegungs- und Spannungsmuster in der gesamten Körperregulation.

Wie läuft die dentosophische Behandlung bei Ihnen typischerweise ab?

Als erstes mache ich eine umfassende Anfangsdiagnostik, bei der ich neben funktionellen Befunden auch die individuellen Ziele und Wünsche der Patientinnen und Patienten bespreche, und wir wählen den passenden Balancer aus. Zu Beginn der Therapie sollen die Patientinnen und Patienten etwa fünf Minuten täglich mit dem Balancer trainieren, ergänzt durch eine weitere, entspannte Tragezeit von rund einer Stunde pro Tag ohne aktive Übungen. Dazu leite ich sie in den Sitzungen an und wir überprüfen gemeinsam die Fortschritte der Behandlung. Wenn sich alles gut eingespielt hat, wird die Therapie schrittweise durch das nächtliche Tragen des Balancers erweitert. Begleitend treffe ich mich in Abständen von sechs bis acht Wochen mit den Patientinnen und Patienten, um den Therapieverlauf zu überwachen. Ich setze je nach Bedarf und Situation auch ergänzende gezielte manualtherapeutische und osteopathische Behandlungen ein.

Wie lange dauert die Behandlung?

Bei Erwachsenen ist die Behandlung in der Regel auf einen Zeitraum von etwa sechs Monaten ausgelegt, bei Kindern und Jugendlichen kann je nach Situation eine längere Behandlung sinnvoll sein.

Wann merken Patienten und Patientinnen zum ersten Mal, dass sich wirklich etwas verändert?

Die ersten Veränderungen zeigen sich in der Regel sehr früh nach Behandlungsbeginn, zunächst im Kausystem, aber darüber hinaus auch in einer Stabilisierung der gesamten Körperhaltung und Regulation. Nicht selten berichten Patienten und Patientinnen, dass sich Beschwerden wie Schmerzen und eingeschränkte Bewegungsabläufe lösen, die sie zuvor gar nicht in Zusammenhang mit dem Mund- und Kiefersystem gebracht hätten.

Verfasst von: Petros Prontis
Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026

Weitere Informationen und Terminbuchung

Dentosophie bieten wir bei KU64 derzeit an den Standorten Charlottenburg und Potsdam an. Alle Informationen zur Dentosophie und die Möglichkeit zur Terminbuchung finden Interessierte und Betroffene auf der Leistungsseite.

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