Hausmittel bei Mundsoor: Welche unterstützen und wann sind Medikamente sinnvoll?

Frau betrachtet ihre weiß belegte Zunge im Handspiegel; daneben stehen Wasser, Kräutertee und sanfte Hausmittel gegen Mundsoor.
Hausmittel bei Mundsoor können Beschwerden lindern, ersetzen aber keine gezielte Behandlung.

Datum: 30. April 2026

Welche Hausmittel helfen bei Mundsoor wirklich, was sollten Sie besser weglassen und wann sind Medikamente sinnvoll? Erfahren Sie, was Beschwerden und Symptome lindern kann – und warum Hausmittel bei Mundpilz selten eine alleinige  Lösung sind.

Kurz gesagt:

Hausmittel können bei Mundpilz Beschwerden lindern, zum Beispiel Brennen, Trockenheit oder ein pelziges Gefühl im Mund. Hilfreich sind stilles Wasser, lauwarmer Salbeitee, probiotischer Naturjoghurt und eine sanfte Mundhygiene mit weicher Zahnbürste. Auch Prothesen oder Schienen sollten Sie jetzt besonders gründlich reinigen. Die Pilzinfektion selbst beseitigen Hausmittel aber in der Regel nicht. Dafür brauchen Sie meist eine gezielte Behandlung mit einem Antipilz-Medikament. Lassen Sie Mundsoor deshalb frühzeitig zahnärztlich oder ärztlich abklären, besonders bei starken Beschwerden, Schmerzen beim Schlucken, bei Babys oder wenn nach wenigen Tagen keine Besserung eintritt.

Was Hausmittel bei Mundsoor bringen – und was nur Medikamente leisten können

Weißer Belag auf der Zunge, Brennen im Mund oder ein pelziges Gefühl: Vielleicht hoffen Sie, dass sich die Beschwerden mit Spülungen, Tee oder etwas mehr Mundpflege von selbst erledigen. Bei einer Pilzinfektion wie Mundsoor reicht das aber meist nicht aus.

Hausmittel können die gereizte Schleimhaut beruhigen und den Alltag etwas angenehmer machen. Sie können zum Beispiel Brennen lindern, den Mund feucht halten und die Behandlung unterstützen. Den Pilz selbst (meist Candida albicans) beseitigen sie in der Regel nicht. Dafür brauchen Sie meist ein passendes Antipilz-Medikament.

Wichtig: Alles, was brennt oder Ihre Schleimhaut zusätzlich reizt, kann die Beschwerden verschlimmern. Lassen Sie Mundsoor lieber frühzeitig zahnärztlich abklären.

Das können Hausmittel bei Mundsoor leisten

  • Brennen und Reizung lindern
  • die Schleimhaut beruhigen
  • Essen und Trinken angenehmer machen
  • durch konsequente Hygiene die Behandlung unterstützen
  • das Immunsystem stärken und deiner erneuten Infektion vorbeugen

Das leisten Hausmittel meist nicht

  • den Mundpilz zuverlässig beseitigen
  • Mundsoor dauerhaft heilen
  • eine zahnärztliche oder ärztliche Abklärung ersetzen

So wird Mundsoor gezielt behandelt

  • mit Antipilz-Medikamenten direkt im Mund, zum Beispiel als Gel oder Lösung
  • bei stärkeren Verläufen bei Bedarf auch mit Medikamenten, die im ganzen Körper wirken
  • in Kombination mit einer konsequenten Mundhygiene

Diese Hausmittel können bei Mundsoor sinnvoll unterstützen

Nicht alles, was bei Mundpilz empfohlen wird, ist für Ihre Mundschleimhaut auch wirklich hilfreich. Manche Hausmittel können beruhigen und den Alltag etwas erleichtern. Andere reizen den Mund zusätzlich oder bringen kaum etwas. Achten Sie bei Mundsoor auf folgende Punkte:

Sanfte Hausmittel bei Mundsoor: Wasser, Salbeitee, probiotischer Joghurt, Knoblauch sowie Hilfsmittel für Mundpflege, Zungenreinigung und die Reinigung von Prothesen oder Schienen.
Diese Hausmittel können bei Mundpilz die Mundschleimhaut beruhigen und Beschwerden lindern, ersetzen eine gezielte Behandlung des Pilzes aber in der Regel nicht.

Bei Mundsoor ist eine sanfte Mundhygiene besonders wichtig, weil die Mundschleimhaut gereizt und empfindlich ist. Putzen Sie Ihre Zähne deshalb vorsichtig und am besten mit einer weichen Zahnbürste.

Tauschen Sie die Zahnbürste nach der Infektion aus. So verhindern Sie, dass Sie Ihre gesunde Mundhöhle mit Pilzrückständen wieder neu anstecken.

Der weiße Pilzbelag sitzt oft besonders hartnäckig auf dem Zungenrücken. Sie können die Zunge vorsichtig und mit möglichst wenig Druck mit einem weichen Zungenreiniger oder mit Ihrer Zahnbürste säubern.

Wichtig ist, dass Sie nicht schrubben. Das reizt die Schleimhaut zusätzlich und kann kleine Verletzungen verursachen.

Pilze ernähren sich von Nahrungsresten und breiten sich in einer trockenen Umgebung schneller aus. Spülen Sie deshalb Ihren Mund nach dem Essen und zwischendurch aus. 

Wichtig: Wasser bekämpft die Erreger der Pilzinfektion nicht. Es kann aber helfen, den Mund frisch und die Schleimhaut feucht zu halten.

Herausnehmbare Prothesen, Zahnersatz oder Schienen bieten dem Pilz einen perfekten Rückzugsort. Reinigen Sie diese deshalb täglich und besonders sorgfältig.

So vermeiden Sie, dass der Mund immer wieder neu gereizt oder belastet wird.

Salbei wirkt leicht desinfizierend und kann Ihre gereizte Schleimhaut sanft beruhigen. Spülen Sie Ihren Mund dafür mehrmals täglich für ein bis zwei Minuten mit Salbeitee.

Lassen Sie den Tee vorher auf Zimmertemperatur abkühlen, damit er Ihren Mund nicht zusätzlich reizt.

Ungesüßter probiotischer Naturjoghurt kann bei Mundsoor unterstützen und beruhigend wirken, weil er die Mundschleimhaut angenehm kühlt und das Mundgefühl verbessert.

Verwenden Sie nur Joghurt ohne Zucker. Gesüßte Produkte sind bei Mundsoor keine gute Idee. Denn Zucker ist das Hauptnahrungsmittel des Pilzes und verschlimmert die Symptome.

Knoblauch wird oft als Hausmittel gegen Pilze genannt. Sie können ihn unterstützend einsetzen, zum Beispiel in kleinen Mengen im Essen.

Bei gereizter Mundschleimhaut kann Knoblauch aber auch brennen. Wenn er sich unangenehm anfühlt, lassen Sie ihn lieber weg.

Hausmittel wirken nicht bei allen gleich

Was anderen Menschen gut tut, muss nicht automatisch auch Ihnen helfen. Wie gut ein Hausmittel bei Ihnen anschlägt, hängt stark von Ihrem persönlichen Immunsystem, der konkreten Schwere der Pilzinfektion und Ihrer Mundflora ab. 

Hören Sie deshalb auf Ihren Körper. Alles, was brennt, spannt oder unangenehm ist, lassen Sie besser weg. Und: Meist sind ein oder zwei milde Maßnahmen sinnvoller als viele Hausmittel gleichzeitig.

Diese Hausmittel sollten Sie bei Mundsoor nur vorsichtig nutzen

Folgende Hausmittel werden bei Mundsoor häufig empfohlen. Oft sind sie aber nur als Ergänzung sinnvoll und manche verträgt die gereizte Schleimhaut nicht gut. Achten Sie deshalb immer darauf, wie Ihr Mund reagiert.

Viele Menschen empfinden eine milde Mundspülung ohne Alkohol als angenehm, weil sie den Mund vorsichtig reinigt und das Mundgefühl verbessert. Sie kann auch helfen, lockere Beläge sanft auszuspülen.

Wichtig ist, dass die Spülung wirklich mild ist. Viele Produkte enthalten ätherische Öle oder andere Stoffe, die im gereizten Mund brennen können. Wenn sich die Spülung unangenehm anfühlt, spülen Sie mit Wasser nach und lassen Sie das Produkt lieber weg.

Myrrhe wird oft bei gereizter Mundschleimhaut empfohlen. Bei Mundsoor ist sie aber nur eingeschränkt sinnvoll.

Der Grund: Viele Myrrhentinkturen enthalten Alkohol. Das kann auf entzündeter Schleimhaut deutlich brennen und den Mund zusätzlich reizen. Wenn überhaupt, sollten Sie solche Produkte nur sehr zurückhaltend anwenden.

Wenn Sie morgens einen Teelöffel Sesam- oder Kokosöl für einige Minuten locker durch Ihre Zahnzwischenräume ziehen, kann das ein gutes Mundgefühl hinterlassen und zur Pflege des Mundraums beitragen.

Bei Mundsoor ist der Nutzen nicht gut belegt. Ölziehen kann deshalb höchstens ergänzen, ersetzt aber keine Behandlung. Wichtig ist außerdem: Spucken Sie das Öl danach vollständig aus – nicht in den Abfluss – und schlucken Sie es nicht.

Ein halber Teelöffel Natronpulver, vollständig aufgelöst in einem großen Glas mit lauwarmem Wasser, gilt als bewährtes Hausmittel zur Regulierung Ihrer Mundflora. 

Wichtig ist die richtige Dosierung: Zu viel Natron oder eine Paste direkt auf der Schleimhaut kann den Mund reizen. Wenn Sie Natron verwenden, dann nur stark verdünnt als Spülung und nicht direkt auf wunde Stellen.

„Bei Mundsoor gilt nicht das Motto “Viel hilft viel”. Beschränken Sie sich auf ein bis zwei bewährte Hausmittel, die für Sie gut funktionieren. Verwenden Sie weniger und dafür konsequenter.“

Auf diese Hausmittel sollten besser verzichten

Im Internet kursieren unzählige Tipps zur Selbstbehandlung, die bei genauerer Betrachtung mehr schaden als nutzen.

Ätherische Öle wie Teebaumöl werden oft als natürliches Mittel gegen Keime oder Pilze empfohlen. Das klingt naheliegend, jedoch sind sie bei Mundsoor für die Selbstbehandlung keine gute Idee.

Denn die reinen ätherischen Öle sind für die ohnehin entzündeten Schleimhäute bei Mundsoor zu aggressiv und können die Symptome verschlimmern.

Starke Mundspülungen vermitteln oft das Gefühl, besonders gründlich zu reinigen. Genau das ist bei Mundsoor ein Problem.

Alkoholhaltige oder sehr intensive Spülungen reizen die ohnehin angegriffene Schleimhaut und verursachen ein Brennen. Gleichzeitig trocknet Alkohol den Mund eher aus. Und ein trockener, gereizter Mund ist genau das, was Sie bei Mundsoor nicht gebrauchen können. Die Schleimhaut erholt sich dann oft schlechter und Essen, Trinken oder Sprechen werden noch unangenehmer.

Apfelessig oder Zitronensaft werden im Netz immer wieder als Hausmittel empfohlen, weil sie als natürlich und „reinigend“ gelten. Für einen entzündeten Mund sind sie aber meist zu aggressiv.

Bei Mundsoor kann Säure stark brennen und wunde Stellen zusätzlich reizen. Dazu kommt: Häufiges Spülen mit säurehaltigen Mitteln kann auch die Zähne belasten. Deshalb sollten Sie solche Experimente im Mund lieber vermeiden.

Honig gilt als bewährtes Hausmittel bei Entzündungen oder Halsschmerzen. Auch Hefeprodukte werden manchmal für eine gesunde „Flora“ im Körper empfohlen. Bei Mundsoor ist das nicht empfehlenswert.

Da Candida albicans selbst ein Hefepilz ist, der sich nahezu ausschließlich von Kohlenhydraten und Zucker ernährt, können Sie die Infektion damit zusätzlich befeuern. Streichen Sie stark zuckerhaltige Lebensmittel, Honig und Hefepräparate stattdessen möglichst aus Ihrer Ernährung, um dem Erreger seine wichtigste Nahrungsgrundlage zu entziehen.

Gut zu wissen: Ihre Mundflora gerät schnell aus dem Gleichgewicht

In Ihrem Mund leben viele Mikroorganismen ganz natürlich nebeneinander. Solange dieses Gleichgewicht stabil ist, bleibt die Mundschleimhaut meist gesund. Gerät es aus dem Lot, kann sich ein Hefepilz wie Candida leichter ausbreiten.

Genau das kann zum Beispiel nach einer Antibiotika-Einnahme, bei Mundtrockenheit, durch eine Ernährung mit zu viel Zucker oder bei Menschen mit geschwächten Immunsystem passieren. Hausmittel können dann unterstützend wirken, etwa indem sie die Schleimhaut beruhigen und den Mund schonen. Den Pilz selbst beseitigen sie aber meist nicht. Deshalb ist bei Mundsoor oft eine gezielte Behandlung mit Medikamenten sinnvoll.

Auf einen Blick: Häufig empfohlene Hausmittel und Tipps gegen den Pilz im Mund

Eher sinnvoll 

⚠️ Nur mit Vorsicht 

Besser weglassen

Sanfte Mundpflege mit weicher Zahnbürste und normalem Druck

Milde Spülungen, wenn sie angenehm sind und nicht brennen

Ätherische Öle oder Teebaumöl im Mund, weil sie die Schleimhaut oft reizen

Zunge vorsichtig mitreinigen, aber nur wenn es nicht schmerzt

Myrrhentinktur nur sehr zurückhaltend, da viele Präparate alkoholhaltig sind und brennen können

Alkoholhaltige oder sehr starke Spülungen, weil sie austrocknen und zusätzlich reizen können

Mit Wasser spülen, wenn das Mundgefühl dadurch angenehmer wird

Kokosöl oder Ölziehen allenfalls unterstützend, da es zu oberflächlich und schwach wirkt

Reizende Hausmittel-Experimente, die im Mund deutlich brennen oder unangenehm sind (z. B. Apfelessig)

Prothesen oder Schienen gründlich reinigen und die Schleimhaut möglichst entlasten

Natron-Spülung (verdünnt), für ein basisches Milieu. Jedoch nicht zu hoch konzentriert.

Zucker und Hefe, weil sie “Nahrung” für den Pilz sind und die Mundflora schwächen.

Lauwarmer Salbeitee als Spülung verwenden, wenn er beruhigend wirkt

  

Probiotischer Joghurt für eine positive Milieuveränderung im Mund 

  

Knoblauch aufgrund seiner leicht pilzabtötenden Eigenschaften

  

Auch wenn Hausmittel durchaus hilfreich sein können, verlieren Sie nicht das Wesentliche aus den Augen: Hausmittel sind eine Überbrückungshilfe bis zum Besuch bei Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt. Sie sind nicht die nachhaltige Lösung für Mundsoor. 

Eine zahnärztliche Einschätzung bringt Klarheit und spart oft unnötige Experimente mit Hausmitteln. Starten Sie nach der ärztlichen Diagnose stattdessen sofort mit dem passenden, verschriebenen Medikament.

Soforthilfe bei Mundsoor: Das können Sie jetzt tun

Bei Mundsoor gilt es, bewusst vorzugehen: die Mundschleimhaut zu schonen, Symptome vorsichtig zu lindern und rechtzeitig ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

1. Achten Sie auf typische Beschwerden und Symptome

Weiße Beläge, Brennen an der Zunge und dem Gaumen, ein pelziges Gefühl im Mund oder Schmerzen beim Essen und Trinken sind typische Hinweise auf Mundsoor. Wenn Sie solche Veränderungen bemerken, lohnt es sich, bewusst hinzuschauen und die Beschwerden nicht einfach zu ignorieren.

2. Reizen Sie die Schleimhaut jetzt nicht zusätzlich

Versuchen Sie jetzt nicht, die Beläge abzuschrubben, und probieren Sie nicht wiederholt neue Mittel aus. Das stresst Ihre Schleimhaut zusätzlich. Essen und trinken Sie möglichst mild, vermeiden Sie sehr heiße, scharfe oder saure Lebensmittel und putzen Sie Ihre Zähne und den Mundraum wie gewohnt weiter, aber bewusst sanft.

3. Hausmittel nur unterstützend anwenden

Milde Hausmittel können unterstützen, die Schleimhaut zu beruhigen und Beschwerden etwas zu lindern. Sie können die Zeit bis zur ärztlichen Abklärung und Behandlung überbrücken, ersetzen sie aber nicht.

4. Lassen Sie Beschwerden frühzeitig abklären

Wenn die Beläge zunehmen, das Essen und Schlucken schmerzt oder sich nach wenigen Tagen keine klare Besserung zeigt, sollten Sie Mundsoor nicht länger hinnehmen. Dann ist es sinnvoll, Kontakt mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt aufzunehmen. So lässt sich schnell klären, ob es sich wirklich um Mundsoor handelt und welche Behandlung Ihnen hilft.

5. Behandeln Sie Mundsoor gezielt, wenn die Diagnose feststeht

Die wirksame Behandlung erfolgt meist mit Antimykotika, also Medikamenten gegen die Candidose. Bei leichten bis mittleren Verläufen werden häufig lokal wirksame Mittel eingesetzt. Stärkere oder ausgedehnte Infektionen können systemische Medikamente erfordern.

Wie schnell Hausmittel und Medikamente bei Mundsoor wirken können

Hausmittel können Beschwerden oft kurzfristig lindern. Hier erfahren Sie, wann eine erste Entlastung möglich ist und ab wann Medikamente oder eine ärztliche Abklärung wichtig werden.

Sofort: Hausmittel können das Brennen kurz lindern
Wasser, lauwarmer Tee oder probiotischer Joghurt können empfindliche Stellen im Mund oft kurzfristig beruhigen.

Nach 1 Tag: Der Pilz bleibt trotz Hausmittel

Wenn sich der Mund kurz besser anfühlt, heißt das noch nicht, dass der Pilz zurückgeht. Eine nachhaltige Heilung ohne Medikamente ist selten.

Ab 3 bis 4 Tagen: Es ist Zeit, zum Arzt zu gehen und Medikamente zu nehmen
Spätestens jetzt reicht Selbsthilfe meist nicht mehr aus, wenn Symptome wie weißer Belag, Mundgeruch, Brennen oder Schmerzen anhalten. Hausmittel können nach Absprache ergänzend genutzt werden.

Nach wenigen Tagen mit Medikamenten: Die ersten Effekte sind oft spürbar
Das Brennen lässt meist nach und die Schleimhaut kann sich beruhigen. Der Pilz im Mund wird jetzt gezielt behandelt.

Nach 7 Tagen bis 14 Tagen: Die Pilzinfektion klingt ab
Die vollständige Heilung dauert meist ein bis zwei Wochen. Entscheidend ist, dass Sie das Medikament regelmäßig anwenden bzw. einnehmen.

Nach 1 bis 2 Wochen ohne klare Besserung: Lassen Sie die Beschwerden erneut abklären
Wenn Mundsoor trotz Behandlung bestehen bleibt oder wiederkehrt, sollten Ursache und Therapie noch einmal überprüft werden. Danach können Sie mit der passenden Pflege und einer bewussten Ernährung Rückfällen vorbeugen.

Welche Medikamente bei Mundsoor infrage kommen

Die Pilzinfektion selbst behandeln in der Regel Antimykotika, also Medikamente gegen Pilze wie Candida albicans und die dadurch verursachte Infektion, auch orale Candidose genannt.

„Ein rezeptfreies Mittel gegen Mundpilz kann im Einzelfall sinnvoll sein. Wichtig ist aber, dass die Behandlung zur Ursache passt. Gerade wenn die Beschwerden neu sind, stärker werden oder wiederkehren, ist eine zahnärztliche oder ärztliche Abklärung häufig der beste Weg, um schnell wieder gesund zu werden.“

Mundsoor Hausmittel und Medikamente: unterstützend lindern und gezielt behandeln

Rezeptfreie Medikamente gegen den Pilz in der Mundhöhle: Kein Ersatz für den Besuch beim Zahnarzt

Oft liegt der Gedanke nahe, bei Mundsoor schnell ein Mittel aus der Apotheke zu besorgen. Trotzdem gilt: Nicht jedes Produkt wirkt gleich gut, und was einer Person hilft, muss bei einer anderen nicht automatisch passen. Vor allem bei Babys, Kindern, stärkeren Beschwerden, beim ersten Auftreten oder wenn Sie unsicher sind, ob es wirklich Mundsoor ist, sollten Sie sich nicht allein auf Ihre Selbstdiagnose verlassen. Dann ist es besser, die Beschwerden ärztlich oder zahnärztlich abklären zu lassen. Mit diesen Wirkstoffen lässt sich der Pilz im Mund gezielt behandeln:

Nystatin ist ein bewährter Wirkstoff gegen Pilzinfektionen und wird bei Mundsoor häufig lokal angewendet, zum Beispiel als Mundgel oder Lösung für die Mundhöhle. Der Vorteil: Der Wirkstoff wirkt direkt in der Mundhöhle. Bei leichten Verläufen ist Nystatin oft eine gute erste Behandlungsoption. In Deutschland sind Nystatin-Mundgele in der Apotheke frei verkäuflich.

Auch Miconazol gehört zu den gut etablierten Wirkstoffen bei Mundsoor. Es wird ebenfalls lokal angewendet, meist als Mundgel. Studien nennen Nystatin und Miconazol als gut untersuchte Therapien mit ähnlicher Wirksamkeit bei Mundsoor. In Deutschland sind  Miconazol-Präparate für die Betroffenen apothekenpflichtig erhältlich.

Rezeptpflichtig: Wann ärztlich verordnete Medikamente nötig sind

Manchmal zeigt sich: Ein Mittel aus der Apotheke reicht in Ihrer Situation nicht aus. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Mundsoor stärker ausgeprägt ist, immer wiederkommt, beim Schlucken Schmerzen verursacht, das Immunsystem ohnehin geschwächt ist oder sich der Verdacht ergibt, dass nicht nur der Mund, sondern auch Rachen oder Speiseröhre betroffen sind. Dann brauchen Sie ein Medikament, das ärztlich verordnet wird.

Fluconazol ist ein systemisch wirksames Antimykotikum. Es wird nicht nur lokal im Mund angewendet, sondern wirkt im gesamten Körper gegen den Pilzbefall. Fluconazol ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Sie erhalten es nach vorheriger Untersuchung von Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Zahnärztin bzw. Ihrem Zahnarzt.

Intravenöse Behandlung bei Mundsoor: nur selten nötig

Eine Behandlung mit Medikamenten über die Vene ist bei gewöhnlicher oraler Candidose nicht der Standard. Sie kommt eher in Ausnahmefällen infrage, zum Beispiel dann, wenn sich die Pilzinfektion weit ausgedehnt hat, besonders schwer verläuft oder orale Medikamente nicht eingenommen oder vertragen werden können.

In vielen Fällen reicht jedoch eine Salbe oder Tablette, um die Beschwerden zu lindern.

Mundsoor Hausmittel bei Babys: Was Eltern jetzt wissen sollten

“Weiße Beläge im Mund Ihres Babys sollten Sie ernst nehmen. Experimentieren Sie nicht mit Hausmitteln, sondern lassen Sie das früh kinderärztlich oder zahnärztlich abklären – so bekommt Ihr Baby schnell die richtige Hilfe.”

Welche Hausmittel und Medikamente bei Mundsoor bei Babys sinnvoll sind

Babys und Kinder sollten Hausmittel bei Mundsoor nur sehr zurückhaltend anwenden. Lassen Sie alles, was die empfindliche Mundschleimhaut reizen könnte, besser weg. Was Erwachsene manchmal als angenehm empfinden, ist für Babys und Kinder nicht automatisch geeignet. Auch Medikamente für Erwachsene sind für Ihr Kind keine gute Idee.

Gerade Babys und kleine Kinder mit Verdacht auf Mundsoor sollten die Beschwerden früh abklären lassen. So lässt sich vermeiden, dass sich die Infektion weiter ausbreitet oder das Trinken zusätzlich erschwert. Welche Behandlung sinnvoll ist und ob ein Medikament nötig ist, entscheidet Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin.

Homöopathie und Globuli bei Mundsoor: kein Ersatz für Medikamente

Für Homöopathie und Globuli gibt es keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass sie Mundsoor gezielt behandeln oder den Pilz im Mund wirksam zurückdrängen. Patientinnen und Patienten können sie jedoch ergänzend zu Antipilz-Medikamenten anwenden.

Checkliste: Wann Hausmittel bei einem Pilz im Mund nicht mehr ausreichen

Manchmal ist es schwer, Beschwerden selbst richtig einzuschätzen. Die folgende Checkliste hilft Ihnen dabei, Warnzeichen früh zu erkennen. Wenn Sie mehrere Punkte mit „Ja“ beantworten, sollten Sie Mundsoor zahnärztlich oder ärztlich abklären lassen.

Selbstcheck: Sollte ich zum Arzt gehen?

Die Beschwerden sind neu und ich bin nicht sicher, ob es wirklich Mundsoor ist.
Weiße Beläge, eine schmerzende Zunge und Mundgeruch sollten Sie zahnärztlich oder ärztlich abklären lassen. So lassen sich andere Ursachen ausschließen.

Ich habe bisher nur Hausmittel ausprobiert und den Mundsoor nicht gezielt behandeln lassen.
Hausmittel und eine gute Mundhygiene reichen grundsätzlich nicht aus. Sie überbrücken die Zeit bis zur Abklärung, ersetzen die Behandlung aber nicht.

Ich habe zusätzlich zum Belag auf der Zunge auch Schmerzen beim Schlucken oder Essen.
Das kann ein Hinweis darauf sein, dass die Infektion stärker ausgeprägt ist oder sich weiter ausbreitet.

Die weißen Beläge nehmen zu oder kommen schnell wieder.
Hinter wiederkehrenden oder zunehmenden Beschwerden kann sich eine anhaltende Candidose verbergen. Die Ursachen sollten Sie ärztlich abklären lassen, statt zu versuchen, sie in Eigenregie zu behandeln. 

Ich bin allgemein geschwächt oder habe Vorerkrankungen.
Bei Menschen mit mit geschwächtem Immunsystem, nach Antibiotika, bei Diabetes oder anderen Risikofaktoren ist eine ärztliche oder zahnärztliche Einordnung besonders wichtig.

Mein Baby trinkt schlechter oder wirkt beim Saugen unruhig.
Babys und Kinder sollten bei Mundsoor möglichst frühzeitig zum Kinderarzt, vor allem wenn das Trinken schwerer fällt.  

Ich stille und habe selbst Beschwerden an Brust oder Brustwarzen.
Mundsoor kann zwischen Babys, Kleinkindern und stillenden Müttern übertragen werden. Dann sollten beide behandelt werden.

Unsicher, ob hinter Ihren Beschwerden wirklich Mundsoor steckt?

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