Kreuzbiss bei Kindern: Ursachen, Formen und Behandlung – was Sie tun können, bevor es schlimmer wird

KU64-Grafik zum Kreuzbiss mit Vergleich zu weiteren Kieferfehlstellungen wie Überbiss, Unterbiss und offenem Biss.
Kreuzbiss, Überbiss oder offener Biss: Die verschiedenen Kieferfehlstellungen lassen sich oft nicht eindeutig voneinander unterscheiden. Eine Untersuchung beim Kieferorthopäden gibt Gewissheit. © KU64 (KI-generiert)

Ein Kreuzbiss bei Kindern ist häufiger als viele Eltern denken und folgenreicher, als er auf den ersten Blick wirkt. Bleibt er unbehandelt, kann er nicht nur Zähne und Kiefer, sondern den ganzen Körper belasten: von der Körperhaltung bis zum Schlaf. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung zum richtigen Zeitpunkt lässt sich ein Kreuzbiss bei Kindern sehr gut korrigieren.

Das Wichtigste auf einen Blick

So entsteht ein Kreuzbiss

Der Kreuzbiss ist eine Fehlstellung des Kiefers. Er entsteht, wenn Zähne im Oberkiefer zu weit nach innen oder Zähne im Unterkiefer zu weit nach außen stehen. Dadurch beißen die Zahnreihen nicht sauber ineinander, sondern einander vorbei. Der Biss ist “verdreht”.

So erkennen Sie einen Kreuzbiss bei Kindern

Kinder mit einem Kreuzbiss kauen oft einseitig, haben eine schiefe Kopfhaltung oder klagen über Schmerzen beim Kauen. Auch Mundatmung und eine asymmetrische Gesichtsentwicklung können Hinweise sein.

So behandeln wir einen Kreuzbiss bei Kindern

Ein Kreuzbiss verwächst sich nicht von selbst. Am schonendsten lässt sich die Fehlstellung im Alter zwischen vier und acht Jahren korrigieren. Bei KU64 behandeln unsere Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden den Kreuzbiss mit der passenden Methode, von der Gaumennahterweiterung über kieferorthopädische Apparaturen bis zur festen Zahnspange.

Wenn der Kiefer Ihres Kindes aus dem Gleichgewicht gerät

Vielleicht ist es Ihnen beim Essen aufgefallen: Ihr Kind kaut immer auf einer Seite, hält den Kopf leicht schief oder klagt ab und zu über Kopfschmerzen. Vielleicht hat die Kinderärztin eine schiefe Körperhaltung bemerkt oder der Erzieher im Kindergarten hat angesprochen, dass Ihr Kind oft durch den Mund atmet oder beim Sprechen leicht lispelt. Solche Zeichen werden im Alltag leicht übersehen und anderen Ursachen wie Stress, Wachstum oder einer Erkältung zugeschrieben. Dabei kann ein Kreuzbiss dahinterstecken. Als Kinderzahnärzte und -ärztinnen von KU64 wissen wir, dass hinter diesen Beobachtungen oft echte Sorgen stecken. Unser Team für Kieferorthopädie nimmt sich deshalb Zeit für Ihre Unsicherheiten und Fragen, klärt gemeinsam mit Ihnen, ob ein Kreuzbiss vorliegt, und begleitet Sie und Ihr Kind einfühlsam durch jeden Schritt der kieferorthopädischen Behandlung. Und damit auch ängstliche Kinder entspannt in die Behandlung starten können, setzt unser Team auf Lachgas und therapeutisches Zaubern.

Was ist ein Kreuzbiss und wie entsteht er?

Der Kreuzbiss zählt zu den häufigeren Kieferfehlstellungen im Kindesalter. Er entsteht meist während der Wechselgebissphase, wenn die Milchzähne ausfallen und durch das bleibende Gebiss ersetzt werden. Ursache ist häufig ein zu kleiner Oberkiefer und ein zu breiter Unterkiefer. Dadurch ragen einzelne Zähne des Unterkiefers über die des Oberkiefers hinaus. Je nachdem, welcher Bereich betroffen ist und wie ausgeprägt die Fehlstellung ist, unterscheidet man verschiedene Formen des Kreuzbisses. Diese können auch kombiniert auftreten oder ineinander übergehen:

Seitlicher Kreuzbiss

Beim seitlichen Kreuzbiss sind die Seiten- und Backenzähne betroffen. Die oberen Seitenzähne liegen zu weit innen, sodass die unteren Seitenzähne außen an ihnen vorbeibeißen.

Beim einseitigen Kreuzbiss liegt auf einer Seite des Gebisses eine normale Verzahnung vor, während auf der anderen Seite die Zähne falsch aufeinanderbeißen. Ursache sind häufig Zahnkippungen oder ungünstige Zahnstellungen. Der Unterkiefer weicht dabei oft zur betroffenen Seite hin aus, was langfristig zu einer sichtbaren Gesichtsasymmetrie führen kann.

Beim beidseitigen Kreuzbiss greift der Unterkiefer auf beiden Seiten am Oberkiefer vorbei. Da diese Form das gesamte Kieferwachstum beeinflusst, sind die Folgen für Gesichtsentwicklung und Körperhaltung in der Regel ausgeprägter als beim einseitigen Kreuzbiss.

Frontaler Kreuzbiss

Beim frontalen Kreuzbiss sind nur die Schneidezähne betroffen. Der Unterkiefer steht dabei zu weit vorne, sodass die unteren Schneidezähne vor den oberen zu liegen kommen. Diese Form wird im Alltag auch als Vorbiss oder Unterbiss bezeichnet und kann die Aussprache sowie das Abbeißen von Speisen beeinträchtigen.

Kopfbiss

Eine abgeschwächte Form des Kreuzbisses ist der sogenannte Kopfbiss, auch Zangenbiss genannt. Dabei treffen die Höcker der Seitenzähne und die Schneidekanten der Frontzähne vom oberen und unteren Kiefer genau aufeinander, anstatt wie beim Normalbiss ineinander zu greifen. Diese Art der Belastung ist ungünstig für das Kiefergelenk und kann langfristig zu ernsthaften Kiefergelenkproblemen führen.

Scherenbiss

Die schwerwiegendste Form ist der Scherenbiss (bukkale Nonokklusion). Er ist auch als umgekehrter Kreuzbiss bekannt. Hier stehen die oberen Zähne zu weit nach außen. Sie greifen dadurch vollständig an den unteren Zähnen vorbei, sodass kein Kontakt zwischen den Seitenzähnen besteht. Da die oberen Zähne keine Abstützung haben,werden sie oft falsch belastet oder überbelastet. Das kann im schlimmsten Fall zu Zahnverlust führen. Betroffene haben häufig Probleme beim Abbeißen oder Kauen.

Ursachen eines Kreuzbisses bei Kindern

Ein Kreuzbiss entwickelt sich meist über einen längeren Zeitraum. Oft spielen dabei mehrere Faktoren zusammen.

Genetische Veranlagung

Manchmal liegt es schlicht in der Familie. Ein zu schmaler Oberkiefer oder ein vergleichsweise breiter Unterkiefer können vererbt werden, ebenso wie bestimmte Besonderheiten in der Zahnstellung.

Mundatmung

Kinder, die dauerhaft durch den Mund atmen, üben mit der Zunge keinen natürlichen Druck auf den Gaumen aus. Dieser Druck fehlt dem Oberkiefer als Wachstumsreiz, sodass er sich mit der Zeit zu schmal entwickeln kann.

Gewohnheiten in der frühen Kindheit

Intensives Daumenlutschen oder Schnullergebrauch über das dritte Lebensjahr hinaus können die Kieferentwicklung ungünstig beeinflussen. Auch wer als Kind gewohnheitsmäßig nur auf einer Seite kaut, belastet den Kiefer asymmetrisch und kann damit langfristig eine Fehlstellung begünstigen.

Frühzeitiger Milchzahnverlust

Milchzähne sind nicht nur zum Kauen da. Sie halten den Platz für die bleibenden Zähne frei. Geht ein Milchzahn zu früh verloren, können die Nachbarzähne in die Lücke rutschen und die spätere Zahnstellung ungünstig beeinflussen.

Zähneknirschen und Pressen

Kinder, die regelmäßig mit den Zähnen knirschen oder die Zähne stark aufeinanderpressen, üben dauerhaft unnatürliche Kräfte auf den Kiefer aus. Das kann die Bisslage langfristig verändern und einen Kreuzbiss begünstigen oder verstärken.

Anatomische Besonderheiten

Ein verkürztes Zungenband, Gaumenfehlbildungen oder angeborene Besonderheiten wie die Lippen-Kiefer-Gaumenspalte können dazu führen, dass sich der Oberkiefer zu schmal entwickelt und ein Kreuzbiss entsteht.

Unfälle

Stürze oder Verletzungen im Kiefer- oder Gesichtsbereich können die Zahnstellung oder das Kieferwachstum ungünstig beeinflussen und in der Folge einen Kreuzbiss verursachen.

Woran erkennen Sie einen Kreuzbiss bei Ihrem Kind?

Ein Kreuzbiss fällt Eltern im Alltag nicht immer sofort auf. Manchmal ist es ein schiefer Biss beim Kauen, manchmal ein leichtes Lispeln beim Sprechen. In anderen Fällen bemerken Eltern erst bei genauerem Hinsehen, dass das Gesicht ihres Kindes leicht asymmetrisch wirkt. Folgende Anzeichen können auf einen Kreuzbiss hinweisen und sollten kieferorthopädisch abgeklärt werden:

  • Schiefe Zahnreihen, besonders im Bereich der Seitenzähne
  • Bevorzugtes Kauen auf einer Seite
  • Asymmetrische Kieferbewegungen oder eine leichte Verschiebung beim Schließen des Mundes
  • Mundatmung
  • Lispeln oder Schwierigkeiten beim Aussprechen bestimmter Laute
  • Knacken oder eingeschränkte Beweglichkeit im Kiefergelenk beim Kauen oder Sprechen

 

Ein Kreuzbiss verschwindet nicht von selbst. Je früher er erkannt wird, desto schonender lässt er sich durch Kinderkieferorthopädie behandeln.

Mehr als ein Zahnproblem: Wie der Kreuzbiss den ganzen Körper beeinflusst

Was zunächst wie eine reine Zahnfehlstellung wirkt, kann sich mit der Zeit auf den gesamten Körper auswirken. Viele Eltern nehmen einen Kreuzbiss zunächst nicht ernst, weil er oft keine unmittelbaren Beschwerden verursacht. Doch der Kiefer ist über Muskeln, Nerven und die Wirbelsäule eng mit dem restlichen Körper verbunden. Eine dauerhaft falsche Bissstellung zwingt den Körper, diese Fehlbelastung über Jahre hinweg auszugleichen.

Erhöhtes Kariesrisiko

Schlecht ausgerichtete Zähne sind schwerer zu reinigen. Zahnbürste und Zahnseide erreichen enge oder verdrehte Stellen oft nicht ausreichend, sodass sich Bakterien und Plaque leichter festsetzen können. Das erhöht das Risiko für Karies und Zahnfleischerkrankungen langfristig deutlich.

Behinderter Zahndurchbruch

Beim Zahnwechsel brauchen die bleibenden Zähne ausreichend Platz, um an der richtigen Stelle durchzubrechen. Ein Kreuzbiss kann diesen Prozess stören: Zähne brechen dann verzögert oder an einer ungünstigen Position durch, was die weitere Zahnentwicklung Ihres Kindes zusätzlich erschwert.

Haltungsschäden und schiefe Wirbelsäule

Beißt Ihr Kind dauerhaft schief, passt es unbewusst seine Kopfhaltung an. Der Kopf neigt sich zur Seite, die Schultern folgen und mit der Zeit kann sich daraus eine schiefe Körperhaltung oder sogar eine Fehlstellung der Wirbelsäule entwickeln. Kinderärztinnen und Physiotherapeuten bemerken solche Auffälligkeiten oft, ohne den Zusammenhang mit dem Kiefer herzustellen.

Wiederkehrende Kopf- und Nackenschmerzen

Die ungleichmäßige Belastung des Kiefers führt zu muskulären Dysbalancen, die sich als Verspannungen im Nacken oder als wiederkehrende Kopfschmerzen äußern können. In manchen Fällen können diese Spannungen sogar Migräne auslösen. Bei Kindern werden solche Beschwerden häufig anderen Ursachen zugeschrieben, ohne dass der Kiefer als Auslöser in Betracht gezogen wird.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Ein unbehandelter Kreuzbiss erhöht das Risiko für eine craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD. Dabei handelt es sich um eine Funktionsstörung des gesamten Kausystems, die sich auf vielfältige Weise äußern kann: Knackgeräusche im Kiefergelenk, schmerzhafte Verhärtungen der Kaumuskulatur, Schmerzen im Gesicht, im Bereich der Schläfen oder im Kiefer beim Öffnen oder Kauen sowie Schwierigkeiten oder Blockierungen bei der Kieferöffnung. Auch Zähneknirschen tritt häufig in Verbindung mit einer CMD auf. Was im Kindesalter oft unbemerkt beginnt, kann sich im Erwachsenenalter zu einer ernsthaften und schwer behandelbaren Belastung entwickeln.

Zahnabnutzung und Folgeschäden

Durch den falschen Biss werden automatisch auch benachbarte Zähne beeinflusst und verschoben. Die ungleichmäßige Belastung führt zu vorzeitigem Zahnverschleiß, besonders an den Seitenzähnen. Langfristig kann das Füllungen oder sogar Zahnersatz erforderlich machen. Auch Probleme beim Abbeißen sind möglich, wenn die Schneidezähne nicht korrekt aufeinanderliegen.

Beeinträchtigte Sprachentwicklung

Ein Kreuzbiss kann die Zungenmotorik beeinträchtigen und dadurch die Sprachentwicklung stören. Die Zunge nimmt beim Sprechen eine falsche Position ein, weil der Kiefer ihr nicht den nötigen Raum bietet. Kinder können bestimmte Laute wie „s“, „z“ oder „sch“ nicht sauber bilden und lispeln stattdessen. Aber auch andere Laute, die eine präzise Zungenstellung erfordern, können betroffen sein. Da Kinder in dieser Phase ihre Sprache entwickeln und festigen, hat eine unbehandelte Fehlstellung meist langfristige Auswirkungen auf die Aussprache. Eine logopädische Behandlung kann zwar unterstützen, löst das zugrundeliegende Problem jedoch nicht.

Schlaf, Atmung und Konzentration

Ein zu schmaler Oberkiefer verengt die Atemwege und beeinträchtigt die Nasenatmung. Das begünstigt Mundatmung und Schnarchen, was die Schlafqualität des Kindes deutlich verschlechtert. Schlechter Schlaf wirkt sich direkt auf Konzentration, Stimmung und schulische Leistung aus.

Gesichtsasymmetrie und psychisches Wohlbefinden

Besonders beim einseitigen Kreuzbiss kann sich mit der Zeit eine sichtbare Gesichtsasymmetrie entwickeln, da Ober- und Unterkiefer ungleichmäßig wachsen. Eine Seite des Gesichts wirkt dann voller oder breiter als die andere. Je länger ein Kreuzbiss unbehandelt bleibt, desto ausgeprägter werden diese Veränderungen. Das belastet das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen, die sich für ihr Aussehen schämen, seltener lächeln und soziale Situationen meiden. Gerade in der Pubertät kann das weitreichende Auswirkungen auf die soziale und emotionale Entwicklung haben.

Milchgebiss oder bleibende Zähne: Wann ist der richtige Zeitpunkt zur Behandlung?

Der richtige Behandlungszeitpunkt hängt davon ab, in welcher Phase sich das Gebiss Ihres Kindes befindet. Grundsätzlich gilt: Je früher ein Kreuzbiss erkannt wird, desto schonender und effektiver lässt er sich durch Kindenkieferorthopädie behandeln. Denn der Kiefer ist im Kindesalter noch im Wachstum und damit deutlich formbarer als im Erwachsenenalter.

Kreuzbiss im Milchgebiss (ab ca. 3 Jahren)

Bereits im Milchgebiss kann ein Kreuzbiss festgestellt und behandelt werden. In diesem Alter ist der Kiefer besonders formbar und selbst kleine Korrekturen können das spätere Wachstum positiv beeinflussen. Geht zum Beispiel ein Milchzahn zu früh verloren, kann ein Lückenhalter helfen, einem Kreuzbiss vorzubeugen: Er hält den Platz für den bleibenden Zahn frei und verhindert, dass Nachbarzähne in die Lücke kippen und die Zahnstellung ungünstig beeinflussen.

Kreuzbiss im Wechselgebiss (ab ca. 6 Jahren)

Die Phase, in der Milchzähne ausfallen und die bleibenden Zähne nachwachsen, gilt als optimales Behandlungsfenster. Der Kiefer wächst noch aktiv und kieferorthopädische Apparaturen können das Wachstum gezielt lenken. Eine Behandlung in dieser Phase ist in der Regel weniger aufwendig als zu einem späteren Zeitpunkt.

Kreuzbiss im bleibenden Gebiss

Wurde ein Kreuzbiss im Kindesalter nicht behandelt, ist eine Korrektur auch im Jugendalter oder bei Erwachsenen noch möglich. Allerdings ist der Kiefer dann nicht mehr im Wachstum, was die Behandlung aufwendiger macht. In schweren Fällen kann im Erwachsenenalter ein kieferchirurgischer Eingriff notwendig werden.

Klarheit durch Diagnose: So stellt KU64 einen Kreuzbiss fest

Ein Kreuzbiss lässt sich nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Bei KU64 beginnt die Diagnose mit einer gründlichen klinischen Untersuchung von Zähnen, Kiefer und Bisslage. Dabei schauen unsere Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden nicht nur auf die Zähne selbst, sondern auch auf die Kieferbewegungen, die Gesichtssymmetrie und die Körperhaltung Ihres Kindes. Bei Bedarf ergänzen wir die Untersuchung durch digitale 3D-Röntgenaufnahmen, die ein genaues Bild von Kiefer und Zahnwurzeln liefern. Auf Basis dieser Daten erstellen wir gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan, der die passende kieferorthopädische Therapie festlegt, damit Ihr Kind so schonend wie möglich behandelt wird.

Kreuzbiss bei Kindern behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?

Die Behandlung eines Kreuzbisses richtet sich nach dem Alter des Kindes, dem Schweregrad der Fehlstellung und der Ursache. Bei KU64 erstellen unsere Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden gemeinsam mit Ihnen und Ihrem Kind einen individuellen Behandlungsplan. Folgende Behandlungen stehen dabei zur Auswahl:

Gaumennahterweiterung

Ist der Oberkiefer Ihres Kindes zu schmal, kann er mit einer Gaumennahterweiterungsapparatur gezielt aufgeweitet werden. Der Kieferorthopäde oder die Kieferorthopädin befestigt Apparatur an den Seitenzähnen. Eltern drehen täglich eine kleine Schraube in der Mitte der Apparatur, die den Gaumen Schritt für Schritt dehnt. Da die Gaumennaht bei Kindern noch nicht verknöchert ist, lässt sich die Behandlung rein kieferorthopädisch durchführen, ohne einen chirurgischen Eingriff. Bei Erwachsenen hingegen ist die Gaumennaht bereits verknöchert, weshalb die Apparatur erst nach einem chirurgischen Eingriff eingesetzt werden kann. Ein angenehmer Nebeneffekt: Viele Kinder atmen nach der Therapie deutlich besser durch die Nase.

Quadhelix

Der Quadhelix ist eine festsitzende Drahtapparatur mit vier Windungen, die über Metallbänder an den ersten großen bleibenden Backenzähnen befestigt wird. Der Kieferorthopäde oder die Kieferorthopädin setzt sie unter Spannung ein, sodass sie von Anfang an die Oberkieferzähne nach außen drückt und den Zahnbogen verbreitert. In regelmäßigen Kontrollsitzungen wird die Apparatur bei Bedarf nachjustiert und die aktuellen Daten zur Kieferentwicklung ausgewertet. Da sie fest sitzt, ist ihre Wirksamkeit unabhängig von der Mitarbeit des Kindes. In der Regel verbleibt die Quadhelix etwa sechs Monate im Mund, bis sich ausreichend neuer Knochen gebildet hat und der Kreuzbiss beseitigt ist.

Lose Zahnspange

Eine herausnehmbare Zahnspange wird individuell aus Kunststoff und Draht angefertigt und vor allem in der frühen Wachstumsphase eingesetzt. Sie übt sanfte Kräfte auf die Zahnreihen aus, fördert das Wachstum des Oberkiefers, korrigiert leichte Zahnkippungen und stabilisiert die Bisslage frühzeitig. Da sie herausnehmbar ist, erleichtert sie die Mundhygiene und reduziert das Risiko von Karies. Allerdings hängt die Wirksamkeit von Zahnspangen stark von der Mitarbeit des Kindes ab. Sie wird häufig auch als Vorbereitung auf eine spätere Behandlung mit einer festen Zahnspange eingesetzt. Eine besondere Form der herausnehmbaren Zahnspange ist der Aktivator, der beide Kiefer gleichzeitig umfasst. Er sitzt locker im Mund und nutzt die natürlichen Bewegungen der Mund- und Gesichtsmuskulatur beim Sprechen und Schlucken, um das Kieferwachstum gezielt anzuregen.

Aktive Platten

Aktive Platten sind eine besondere Form der losen Zahnspange und bestehen aus individuell gefertigten, herausnehmbaren Kunststoffplatten. Sie werden besonders im Wechselgebiss eingesetzt, wenn der Kiefer noch formbar ist. Eine eingebaute Dehnschraube wird regelmäßig gedreht, um die Platte zu verbreitern und das Kieferwachstum anzuregen. Spezifische Federn drücken zusätzlich einzelne falsch stehende Zähne in die richtige Position, während Klammern die Platte sicher an den Zähnen halten. Da sie herausnehmbar ist, bleibt die Mundhygiene einfach.

Feste Zahnspange

Bei ausgeprägteren Fehlstellungen oder wenn bereits bleibende Zähne vorhanden sind, kommt häufig eine feste Zahnspange zum Einsatz. Die Brackets werden direkt auf die Zähne geklebt und durch einen Drahtbogen verbunden, der die Zähne gezielt in die richtige Position lenkt. Anders als herausnehmbare Apparaturen verändert sie nicht nur die Stellung des einzelnen Zahnes, sondern auch die Position der Zahnwurzel. Sie kann nur vom Kieferorthopäden entfernt werden, was eine gleichmäßige Wirkung unabhängig von der Mitarbeit des Kindes sicherstellt.

Aligner

Transparente Aligner können bei einem Kreuzbiss eingesetzt werden, allerdings mit Einschränkungen. Sie eignen sich vor allem bei leichteren Fehlstellungen oder am Ende einer Behandlung zur Feinanpassung, wenn größere Korrekturen bereits durch andere kieferorthopädische Apparaturen vorgenommen wurden. Aligner sind individuell angefertigte, durchsichtige Kunststoffschienen, die herausnehmbar und im Alltag kaum sichtbar sind. Da sie entfernt werden können, erleichtert das die Mundhygiene. Ist der Kreuzbiss jedoch stark ausgeprägt oder betrifft er den Kieferknochen selbst, sind Aligner in der Regel nicht ausreichend.

Kontakt aufnehmen und Termin vereinbaren

Sie vermuten, dass Ihr Kind einen Kreuzbiss haben könnte oder möchten eine auffällige Zahnstellung fachlich abklären lassen? Unser Team bei KU64 nimmt sich Zeit für eine gründliche Untersuchung, klärt mögliche Ursachen und berät Sie zu den nächsten sinnvollen Schritten. Bei KU64 arbeiten Kinderzahnärztinnen und Kinderzahnärzte, Kieferorthopädinnen und Kieferorthopäden sowie Osteopathinnen und Osteopathen Hand in Hand, damit Ihr Kind die bestmögliche Behandlung erhält.

Für eine Terminvereinbarung kontaktieren Sie uns gern telefonisch unter 030 8647320 oder per E-Mail an info@ku64.de. Alternativ können Sie Ihren Termin bequem online buchen. Unsere Praxis in Berlin ist an sieben Tagen in der Woche für Sie geöffnet:

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Sie profitieren bei KU64 von kurzen Wartezeiten, moderner Diagnostik und einem erfahrenen Spezialisten-Team in einer Praxisatmosphäre, in der sich auch Kinder gut aufgehoben fühlen.

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Fazit: Früh handeln lohnt sich

Ein Kreuzbiss, der heute unbehandelt bleibt, kann morgen Kopfschmerzen, eine schiefe Wirbelsäule oder ein dauerhaft asymmetrisches Gesicht bedeuten. Was jetzt mit einer einfachen kieferorthopädischen Apparatur korrigierbar ist, erfordert später möglicherweise einen chirurgischen Eingriff. Das Kieferwachstum Ihres Kindes wartet nicht. Je früher Sie handeln, desto schonender, kürzer und kostengünstiger ist die Behandlung. Bei KU64 helfen Ihnen unsere Spezialistinnen und Spezialisten für Kieferorthopädie, dieses Zeitfenster zu nutzen, bevor es sich schließt.

Verfasst von: Dr. Isabella Piekos, Fachärztin für Kinderorthopädie

Zuletzt aktualisiert am 09.07.2026

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FAQs – Häufig gestellte Fragen zum Thema Kreuzbiss bei Kindern

Die Antwort ist in den meisten Fällen klar: Nein, ein Kreuzbiss korrigiert sich nur selten von allein. Zahnärzte und Kieferorthopädinnen empfehlen daher, so früh wie möglich zu handeln, idealerweise vor dem zehnten Lebensjahr, um das natürliche Kieferwachstum gezielt zu nutzen und eine Verschlimmerung zu vermeiden. Anhand aktueller Daten zur Kieferentwicklung Ihres Kindes bestimmen unser Team für Kinderkieferorthopädie bei KU64 gemeinsam mit Ihnen den optimalen Behandlungszeitpunkt. Wer diesen Zeitpunkt verpasst hat, sollte trotzdem nicht zögern: Auch bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen lässt sich ein Kreuzbiss noch behandeln.
Ein unbehandelter Kreuzbiss kann weitreichende Folgen haben, die weit über die Zähne hinausgehen. Dazu zählen eine sichtbare Gesichtsasymmetrie durch ungleichmäßiges Kieferwachstum, Kiefergelenkprobleme bis hin zur craniomandibulären Dysfunktion, chronische Kopf- und Nackenschmerzen durch muskuläre Dysbalancen sowie Haltungsschäden und eine schiefe Wirbelsäule. Hinzu kommen vorzeitiger Zahnabrieb, ein erhöhtes Kariesrisiko durch schwer erreichbare Zahnzwischenräume, Beeinträchtigungen der Sprachentwicklung wie Lispeln sowie Schlaf- und Atemprobleme durch einen zu schmalen Oberkiefer. Nicht zuletzt kann ein unbehandelter Kreuzbiss das Selbstbewusstsein und die soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen belasten. Handeln Sie deshalb frühzeitig: Die Kinderkieferorthopädie bei KU64 bietet die passende Behandlung für jedes Alter.
Je nach Befund kommen verschiedene Apparaturen zum Einsatz: lose Zahnspangen, aktive Platten, funktionskieferorthopädische Geräte wie der Aktivator, die Gaumennahterweiterung, der Quadhelix, feste Zahnspangen oder transparente Aligner. Welche Methode die richtige ist, hängt vom Alter, dem Schweregrad und der Art des Kreuzbisses ab. In unserer Kinderkieferorthopädie-Praxis bestimmen wir nach einer gründlichen Untersuchung die passende Behandlung für die kleinen Patientinnen und Patienten.

Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse bei der Behandlung eines Kreuzbisses bei Kindern?

Grundsätzlich übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten einer kieferorthopädischen Behandlung bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, wenn eine behandlungsbedürftige Fehlstellung vorliegt. Ob und in welchem Umfang die Kasse zahlt, hängt vom Schweregrad der Fehlstellung ab, der anhand des sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgrads, kurz KIG, eingestuft wird. Der KIG reicht von Grad 1 bis Grad 5, wobei die Krankenkasse ab Grad 3 die Behandlung übernimmt.

Als Eltern müssen Sie zunächst einen Eigenanteil von 20 Prozent der Kosten übernehmen, der nach erfolgreichem Abschluss der kieferorthopädischen Therapie von der Krankenkasse erstattet wird. Behandelt Ihr Kieferorthopäde oder Ihre Kieferorthopädin mehrere Kinder einer Familie gleichzeitig, reduziert sich der Eigenanteil auf 10 Prozent. Wichtig zu wissen: Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt nur die Kosten der Regelversorgung in der Kieferorthopädie. Bestimmte Zahnspangen oder zusätzliche Leistungen, die über die Standardversorgung hinausgehen, müssen privat bezahlt werden. In unserer Praxis für Kieferorthopädie für Kinder legen wir alle Daten und Kosten transparent offen, bevor die Therapie beginnt.