Bruxismus: Was gegen Zähneknirschen und Zähnepressen hilft

Sie wachen mit verspanntem Kiefer, Nacken- und Kopfschmerzen oder empfindlichen Zähnen auf? Bruxismus bleibt oft lange unbemerkt. Zähneknirschen und -pressen kann Zähne, Muskeln und Kiefergelenke dauerhaft belasten. Erfahren Sie, wie Bruxismus erkannt und behandelt wird und wie Sie Ihre Zähne langfristig vor den Folgen wie Zahnabrieb, Rissen, Absplitterungen oder Schäden an Zahnersatz  schützen können.

Das Wichtigste auf einen Blick

Bruxismus belastet Zähne, Kiefer und Muskulatur

Bruxismus bezeichnet unbewusstes Zähneknirschen oder -pressen – im Schlaf oder tagsüber. Die dabei wirkenden Kräfte können Zähne abnutzen, Risse verursachen sowie Kiefergelenke und Muskulatur belasten. Auch Schmerzen und Verspannungen der Kau-, Kopf- und Nackenmuskulatur können auftreten.

Bruxismus lässt sich gezielt behandeln

Gegen Bruxismus können Entspannungstechniken, Physiotherapie, Osteopathie und Funktionsdiagnostik helfen. Ergänzend kann die Dentosophie Atmung, Zungenlage, Mundschluss, Kauen und Schlucken trainieren, um ungünstige funktionelle Muster zu verändern.

Knirscherschienen schützen vor Zahnschäden

Eine individuell angepasste Knirscherschiene schützt die Zähne vor direkter mechanischer Belastung. Sie verhindert das Knirschen jedoch nicht automatisch. Deshalb sollten Sie mögliche Auslöser wie Stress, Schlafstörungen oder Fehlbelastungen ebenfalls beim Zahnarzt abklären.

Wenn aus Zähneknirschen eine spürbare Belastung wird

Die Nacht war lang genug, erholt sind Sie trotzdem nicht. Der Kiefer ist verspannt, der Kopf schwer, vielleicht fühlen sich auch die Augen müde an und der Nacken zieht. Was zunächst nach schlechtem Schlaf oder Stress aussieht, kann mit unbewusstem Zähneknirschen oder -pressen zusammenhängen. Gerade nachts bleibt Bruxismus oft unbemerkt und zeigt sich zunächst durch morgendliche Beschwerden. Manchmal ist es auch die Partnerin oder der Partner, die oder der auf nächtliche Knirschgeräusche aufmerksam macht. Hält das Knirschen über längere Zeit an, zeigt sich die Belastung irgendwann auch an Ihren Zähnen, etwa durch abgeflachte Flächen, verkürzte Zahnkanten, feine Risse oder Absplitterungen. Lassen Sie Zähneknirschen deshalb frühzeitig bei KU64 abklären, um langfristige Schäden zu vermeiden und Ihre Zähne zu schützen.

Was ist Bruxismus?

Bruxismus bezeichnet das unbewusste Knirschen, Pressen oder Anspannen der Kaumuskulatur und kann bereits im Kindesalter auftreten. Bruxismus kann in jedem Alter auftreten – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Internationalen Studien zufolge knirscht etwa jeder fünfte Mensch regelmäßig mit den Zähnen

Fachleute unterscheiden vor allem zwischen Schlafbruxismus und Wachbruxismus: Beim Schlafbruxismus wird die Kaumuskulatur während des Schlafs unbewusst aktiv, während sich Wachbruxismus tagsüber durch Pressen oder eine anhaltende Anspannung des Kiefers zeigt. Die Muskelaktivität kann dabei kurz und wiederholt, länger anhaltend oder in einer Kombination beider Muster auftreten. Nicht immer berühren sich die Zähne, weshalb Bruxismus auch völlig geräuschlos auftreten kann.

Gerade Schlafbruxismus fällt häufig erst durch morgendliche Kieferbeschwerden oder sichtbare Veränderungen an den Zähnen auf. Wachbruxismus lässt sich dagegen mit etwas Aufmerksamkeit eher selbst erkennen: In entspannter Haltung berühren sich die Zahnreihen normalerweise nicht, der Unterkiefer ruht locker und die Zunge liegt entspannt im Mund. Wer im Alltag die Zähne immer wieder unbewusst fest zusammenbeißt oder die Kiefermuskulatur anspannt, leidet wahrscheinlich an Bruxismus.

So erkennen Sie Bruxismus

Bruxismus hinterlässt oft charakteristische Spuren, auch wenn Sie das Knirschen oder Pressen selbst nicht wahrnehmen. Einige Symptome zeigen sich direkt im Mund, andere an Kaumuskulatur oder Kiefergelenken. Gerade die Kombination mehrerer Anzeichen kann ein Hinweis darauf sein, dass Sie Ihre Zähne regelmäßig stärker belasten als vorgesehen.

  • Verhärtete oder stark ausgeprägte Kaumuskeln: Häufiges Pressen beansprucht die Kaumuskulatur intensiv. Sie kann sich angespannt, druckempfindlich oder ungewöhnlich kräftig anfühlen.
  • Kiefergelenkschmerzen und Kieferknacken: Das Kiefergelenk kann sich überlastet anfühlen. Typisch sind Schmerzen beim Kauen oder Öffnen des Mundes, Knackgeräusche oder eine eingeschränkte Mundöffnung.
  • Kopfschmerzen an den Schläfen: Verspannungen und Schmerzen im Schläfenbereich können sich besonders nach dem Aufwachen bemerkbar machen und mit einer verspannten Kaumuskulatur einhergehen.
  • Augenbeschwerden: Verschwommenes Sehen, Druck hinter den Augen oder eine erhöhte Lichtempfindlichkeit können begleitend auftreten, da der Schläfenmuskel als Teil der Kaumuskulatur direkt an die Augenregion angrenzt.
  • Beschwerden in Nacken und Schultern: Eine dauerhaft durch Zähneknirschen angespannte Kaumuskulatur kann Verspannungen bis in Hals, Nacken und Schultern ausstrahlen lassen.
  • Abdrücke an Zunge und Wangen: Zahnabdrücke am Zungenrand oder eine weißliche Linie an der Wangenschleimhaut weisen darauf hin, dass Zunge und Wangenschleimhaut beim Pressen wiederholt gegen die Zahnreihen gedrückt wurden.
  • Ohrgeräusche und Tinnitus: Pfeifen, Rauschen oder Summen im Ohr können entstehen, wenn die starke Muskel- und Gelenkbelastung im Kieferbereich Strukturen rund um das Ohr reizt.

Ein einzelnes Anzeichen beweist noch keinen Bruxismus. Fallen Ihnen jedoch mehrere dieser Symptome auf oder haben Sie wiederholt Beschwerden, ist eine Untersuchung beim Zahnarzt oder Kieferorthopäden sinnvoll.

So beweglich ist Ihr Kiefer: der Drei-Finger-Test

Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich Ihr Kiefer nur schwer oder nicht weit genug öffnen lässt, können Sie das mit einem einfachen Selbsttest prüfen. Öffnen Sie den Mund so weit wie angenehm und prüfen Sie, ob drei Finger zwischen Ober- und Unterkiefer passen. Als grobe Orientierung gilt eine Mundöffnung von etwa drei Querfingerbreiten als normal. Ist die Öffnung deutlich eingeschränkt oder schmerzhaft, kann das auf eine Funktionsstörung im Kieferbereich hinweisen. Lassen Sie diese abklären.

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Die häufigsten Ursachen von Bruxismus

Bruxismus hat meist nicht die eine Ursache. Vielmehr können verschiedene körperliche, psychische und schlafbezogene Faktoren zusammenwirken. Welche davon im Einzelfall relevant sind, unterscheidet sich von Patientin zu Patient. Bruxismus ist deshalb ein komplexes Geschehen mit unterschiedlichen Risiko- und Einflussfaktoren wie zum Beispiel:

Beruflicher Druck, private Belastungen, Ängste oder eine dauerhaft hohe Anspannung können vor allem das unbewusste Pressen der Zähne fördern. Häufig bleibt die Kaumuskulatur dabei auch in Ruhephasen angespannt. Besonders in Situationen mit hoher Konzentration, Zeitdruck oder emotionaler Belastung werden die Zähne oft unbemerkt zusammengepresst. Auch die individuelle Stressverarbeitung spielt eine Rolle: Manche Menschen reagieren auf Belastungen stärker mit muskulärer Anspannung als andere.

Menschen, die unter Bruxismus leiden, berichten häufig über Schlafstörungen. Dazu zählen Albträume, Einschlafschwierigkeiten, unterbrochener Schlaf, Schlaflosigkeit, Schnarchen oder Schlafapnoe, wodurch die Atmung während des Schlafs gestört ist. Bei Kindern können Polypen oder vergrößerte Mandeln Atemstörungen während des Schlafs verursachen. Auch die Mundatmung kann bei Kindern das Knirschen oder Pressen begleiten.

Bestimmte Arzneimittel können Bruxismus begünstigen oder verstärken. Dazu zählen unter anderem dopaminhaltige Medikamente, Antidepressiva und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), Medikamente gegen ADHS, Narkotika sowie Antihistaminika. Medikamente sollten daher bei der Ursachenforschung berücksichtigt, aber niemals eigenständig abgesetzt werden. Auch Alkohol, Koffein und Nikotin führen häufig zu einer erhöhten Aktivität der Kaumuskulatur und begünstigen Zähneknirschen oder -pressen. Gleiches gilt für Drogen wie Ecstasy beziehungsweise MDMA, Methadon oder Khat.

Gelangt Magensäure zurück in die Speiseröhre, versucht der Körper, die Säure durch vermehrten Speichelfluss zu neutralisieren und schneller abzutransportieren. Gleichzeitig können Schluck- und Kaureflexe ausgelöst werden, wodurch die Kaumuskulatur auch während des Schlafs vermehrt aktiv ist.

Eine klassische Zahn- oder Kieferfehlstellung gilt heute nicht pauschal als Ursache von Bruxismus. Anders kann es bei akuten Veränderungen im Mund aussehen, etwa wenn eine neue Füllung, Krone, Brücke oder Prothese den gewohnten Zusammenbiss verändert und dadurch zusätzliche Störkontakte entstehen. Solche Veränderungen sollten Sie zahnärztlich kontrollieren und bei Bedarf anpassen lassen.

Neurologische oder genetische Faktoren könnten die Steuerung von Muskelaktivität und Schlaf beeinflussen und dadurch unwillkürliches Knirschen oder Pressen begünstigen. Einzelne Studien zeigen Zusammenhänge unter anderem mit Restless-Legs-Syndrom, Epilepsie, Morbus Parkinson, Demenzerkrankungen oder Durchblutungsstörungen. Wie groß ihr Einfluss tatsächlich ist und welche Mechanismen dahinterstehen, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt. Besteht der Verdacht auf eine neurologische Ursache, empfehlen wir Ihnen, sich zusätzlich an eine Neurologin oder einen Neurologen zu wenden.

Warum Kinder mit den Zähnen knirschen

Auch Ihr Kind kann mit den Zähnen knirschen oder sie unbewusst zusammenpressen. Das ist nicht automatisch behandlungsbedürftig, sollte von Ihnen aber beobachtet werden – besonders wenn Ihr Kind Schmerzen hat, schlecht schläft oder Sie bereits Veränderungen an den Zähnen bemerken.

Mögliche Einflussfaktoren sind:

  • Stress und Ängste: Belastungen in Familie, Kita oder Schule können Ihr Kind innerlich anspannen und sich auch über die Kaumuskulatur bemerkbar machen.
  • Schlafprobleme: Schnarcht Ihr Kind, schläft unruhig oder wacht nachts häufig auf, kann dies das Zähneknirschen begleiten.
  • Mundatmung und eingeschränkte Nasenatmung: Atmet Ihr Kind nachts häufig durch den Mund, etwa wegen vergrößerter Mandeln oder Polypen, kann der Schlaf unruhiger werden und Zähneknirschen begünstigen.
  • Zahnwechsel und Kieferentwicklung: Brechen neue Zähne durch oder verändert sich der Biss Ihres Kindes, muss sich das Kausystem immer wieder neu anpassen. Auch in dieser Phase kann Knirschen auftreten.

Hält das Zähneknirschen bei Ihrem Kind länger an oder treten Beschwerden auf, empfehlen wir Ihnen, Kontakt mit unseren Kinderzahnärztinnen oder Kinderzahnärzten bei KU64 aufzunehmen. Sie können frühzeitig prüfen, ob Zähne, Biss oder Kieferentwicklung bereits beeinträchtigt sind und bei Bedarf die Kinderkieferorthopädie einbeziehen.

Welche Folgen kann Bruxismus für Zähne und Zahnersatz haben?

Unbehandelt kann Bruxismus über längere Zeit bleibende Veränderungen an Zähnen und bestehenden Versorgungen verursachen. Wie gefährlich Bruxismus ist, hängt unter anderem von Intensität und Dauer des Knirschens oder Pressens sowie vom Zustand der Zähne ab.

  • Abgenutzte Zahnflächen: Glatt geschliffene Bereiche, sogenannte Schlifffacetten, sowie abgeflachte oder kürzer wirkende Zähne gehören zu den typischen sichtbaren Hinweisen.
  • Absplitterungen und feine Risse: Besonders an Schneide- und Eckzähnen können Kanten absplittern oder kleine Risse im Zahn entstehen.
  • Empfindliche Zähne: Durch den zunehmenden Abrieb kann die schützende Zahnschmelzschicht dünner werden und die Zähne schmerzempfindlicher machen. Betroffene bemerken dann beispielsweise eine stärkere Reaktion auf Kälte, Wärme oder Süßes.
  • Zahnfrakturen: Werden Zähne dauerhaft stark belastet, können vorhandene Risse größer werden, bis Teile des Zahnes abbrechen. Bei starkem Bruxismus entsteht so irgendwann aus einem zunächst kleinen Defekt ein abgebrochener Zahn.
  • Überlasteter Zahnhalteapparat: Die hohen Kräfte wirken nicht nur auf die Zahnoberfläche, sondern werden auch auf die Strukturen übertragen, die den Zahn im Kiefer halten. Bei starker und dauerhafter Belastung kann der gesamte Zahnhalteapparat beeinträchtigt werden.
  • Bewegliche Zähne: Wird der Zahnhalteapparat über längere Zeit stark beansprucht, können sich einzelne Zähne locker anfühlen. Andere Ursachen wie eine Parodontitis sind dabei zahnärztlich abzuklären.
  • Schäden an Füllungen und Zahnersatz: Wiederkehrende Defekte an Füllungen, Kronen, Brücken, Implantaten oder anderem Zahnersatz können auf eine hohe mechanische Belastung hinweisen. Bruxismus gilt insbesondere bei prothetischen Versorgungen als relevanter Risikofaktor für technische Komplikationen.
  • CMD und Kiefergelenkbeschwerden: Anhaltendes Knirschen und Pressen kann Kaumuskulatur und Kiefergelenke überlasten und eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) begünstigen oder bestehende Beschwerden verstärken. Eine Funktionsdiagnostik hilft, das Zusammenspiel von Zähnen, Biss, Muskulatur und Kiefergelenken genauer zu beurteilen.

Wie wird Bruxismus festgestellt?

Bei KU64 prüfen wir zunächst, wie stark Ihr Kausystem funktionell belastet ist. Dafür untersuchen wir Ihre Zähne auf Abrieb, Risse und andere Belastungsspuren, tasten die Kaumuskulatur auf Verspannungen und Druckempfindlichkeit ab, kontrollieren Beweglichkeit und Funktion der Kiefergelenke und beurteilen, wie Ihre Zähne beim Zusammenbeißen aufeinandertreffen. Falls erforderlich ergänzen wir die Untersuchung durch eine weiterführende Funktionsdiagnostik. Auch störende Kontakte durch Füllungen oder Zahnersatz können dabei überprüft werden. 

Je nach Befund arbeiten bei KU64 verschiedene Spezialistinnen und Spezialisten unter einem Dach zusammen, vor allem aus den Bereichen Kieferorthopädie, CMD und Funktionsdiagnostik, Osteopathie, Dentosophie und Zahnersatz. So können wir funktionelle Beschwerden und mögliche Folgen des Knirschens ganzheitlich erkennen und behandeln.

So wird Bruxismus behandelt

Was gegen Bruxismus hilft, hängt davon ab, ob bei Ihnen vor allem die Zähne geschützt, verspannte Muskeln entlastet oder zusätzliche funktionelle Beschwerden behandelt werden müssen. Ziel der Behandlung ist deshalb nicht nur, das Zähneknirschen und Pressen zu reduzieren, sondern auch Folgeschäden zu vermeiden und belastende Gewohnheiten frühzeitig zu erkennen. Bei KU64 betrachten wir deshalb mehrere Bereiche: Ihr eigenes Verhalten und mögliche Auslöser, die Entlastung der Kaumuskulatur, den Schutz Ihrer Zähne sowie funktionelle Zusammenhänge und weiterführende Behandlungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Physiotherapie.

Beobachten Sie, wann Sie den Kiefer anspannen oder die Zähne zusammenpressen und welche Situationen dem vorausgehen. Stress, Ängste oder seelische Belastungen können beim Zähneknirschen eine Rolle spielen. Für tieferliegende psychische Auslöser ist manchmal auch eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll.

Wärme, Massagen und gezielte Übungen können eine verspannte Kaumuskulatur lockern. Bei stärkeren Beschwerden kommen zusätzlich Physiotherapie, manuelle Therapie oder Osteopathie infrage, um Muskeln und Kiefergelenke gezielt zu entlasten.

Regelmäßige Bewegung, bewusste Erholungspausen und ein ausgeglichener Tagesablauf können helfen, Ihre körperliche Grundanspannung zu senken. Auch eine ruhige Abendroutine und gute Schlafgewohnheiten sind besonders bei nächtlichem Zähneknirschen sinnvoll.

Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Achtsamkeitsübungen, Atemtechniken oder Feldenkrais helfen dabei, Anspannung bewusster wahrzunehmen und gezielt loszulassen. Entscheidend ist, dass Sie eine Methode finden, die sich regelmäßig in den Alltag integrieren lässt.

Mithilfe von Dentosophie und Biofeedback können Sie lernen, funktionelle Abläufe im Mund- und Kieferbereich sowie unbewusste Anspannungsmuster gezielt zu verändern. Die Dentosophie trainiert mit Übungen und einem Balancer unter anderem Atmung, Zungenlage, Mundschluss, Kauen und Schlucken. Beim Biofeedback messen Sensoren die Aktivität Ihrer Kaumuskulatur und geben bei erhöhter Spannung ein Signal, sodass Sie unbewusstes Pressen schneller erkennen und gezielt unterbrechen können.

Der wichtigste Schutz für bereits belastete Zähne ist eine individuell angepasste Knirscherschiene, eine spezielle Form der Aufbissschiene. Sie ähnelt dem Mundschutz eines Boxers, trennt die Zahnreihen voneinander, verteilt die beim Pressen und Zähneknirschen entstehenden Kräfte und schützt Zahnsubstanz sowie Zahnersatz vor weiterem Abrieb. Was Ihren Zähnen erspart geblieben ist, können Sie oft nach wenigen Wochen oder Monaten an der Schiene sehen. Sie beseitigt jedoch nicht die Ursache des Bruxismus.

Bei ausgeprägtem Bruxismus kann für Sie in ausgewählten Fällen eine Botulinumtoxin-Injektion, besser bekannt als Botox, in die stark beanspruchte Kaumuskulatur infrage kommen. Sie reduziert vorübergehend die Muskelaktivität und damit die beim Pressen wirkenden Kräfte, ersetzt jedoch weder die Ursachenklärung noch den Schutz Ihrer Zähne.

Lassen sich abgeknirschte Zähne wieder aufbauen?

Sind durch Bruxismus bereits Teile der Zahnsubstanz verloren gegangen, kann Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin bei KU64 die betroffenen Zähne je nach Ausmaß wieder aufbauen. Kleinere Defekte lassen sich beispielsweise mit zahnfarbenen Füllungen ausgleichen. Bei stärker geschädigten Zähnen können Kronen oder andere Formen von Zahnersatz sinnvoll sein.

Wichtig ist, nicht nur die sichtbaren Schäden zu reparieren. Vor einer Versorgung prüft Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin bei KU64 auch, warum Ihre Zähne so stark belastet werden und wie sich weitere Schäden vermeiden lassen. So können Funktion, Zahnschutz und Ästhetik gemeinsam berücksichtigt werden.

Fazit: Zähne und Zahnersatz rechtzeitig vor den Folgen von Bruxismus schützen

Zähneknirschen und Zähnepressen bleiben oft lange unbemerkt, können Zähne, Kaumuskulatur und Kiefergelenke aber dauerhaft belasten. Je früher Bruxismus erkannt wird, desto besser lassen sich Beschwerden lindern und Schäden an Zähnen oder Zahnersatz vermeiden. Bei KU64 behandeln wir das Zähneknirschen deshalb nicht nur hinsichtlich der sichtbaren Folgen, sondern suchen mögliche funktionelle und individuelle Auslöser und entwickeln daraus eine auf Sie abgestimmte ganzheitliche Therapie.

Verfasst von: Zahnärztin & Bruxismus-Expertin Alexandra Fischer 

Zuletzt aktualisiert am 07.09.2026

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FAQs – Häufig gestellte Fragen zu Bruxismus

Bruxismus kann grundsätzlich in jedem Alter auftreten – auch bei Kindern. Besonders häufig wird er bei jüngeren Erwachsenen beobachtet. Mit zunehmendem Alter leiden tendenziell weniger Menschen unter Zähneknirschen.

Bei Verdacht auf Bruxismus ist Ihre Zahnärztin oder Ihr Zahnarzt die erste Anlaufstelle. Je nach Beschwerden können zusätzlich Fachbereiche wie Funktionsdiagnostik, Kieferorthopädie und Physiotherapie sowie bei Bedarf Schlafmedizin oder Neurologie einbezogen werden. KU64 arbeitet bei funktionellen Beschwerden interdisziplinär auch mit Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten zusammen.

Bruxismus hat meist nicht nur einen einzigen Auslöser. Stress und psychische Anspannung können ebenso eine Rolle spielen wie Schlafstörungen wie Schlafapnoe, bestimmte Medikamente oder Substanzen und neurologische Erkrankungen. Auch Alkohol und Koffein führen bei höherem Konsum häufiger zu unruhigem Schlaf und können dadurch Zähneknirschen und Zähnepressen begünstigen. Welche Faktoren bei Ihnen relevant sind, lässt sich nur individuell beurteilen.

Eine bestimmte Schlafposition ist bislang nicht als eindeutiger Auslöser von Bruxismus belegt. Wichtiger sind mögliche Begleitfaktoren wie Schlafqualität, nächtliche Atemstörungen oder häufige Weckreaktionen.

Bei Patientinnen und Patienten mit Bruxismus zeigen sich häufig feste oder schmerzende Kaumuskeln, Kiefergelenkbeschwerden oder Verspannungen wie Kopfschmerzen und empfindliche Zähne. Auch Nackenverspannungen, Ohrgeräusche sowie sichtbare Abriebspuren, Risse oder Absplitterungen an den Zähnen können als Symptome von Zähneknirschen auftreten.

Bruxismus ist nicht automatisch gefährlich. Wenn Sie jedoch über längere Zeit stark knirschen oder pressen, können Sie jedoch Ihre Zahnsubstanz, Zahnschmelz, Füllungen und Zahnersatz schädigen sowie Kaumuskulatur und Kiefergelenke überlasten. Dadurch kann sich auch eine Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) entwickeln oder verstärken. Entscheidend ist daher, wie ausgeprägt die Belastung bei Ihnen ist.

Nicht bei jedem Patienten und jeder Patientin lässt sich Bruxismus vollständig und dauerhaft stoppen. Häufig können jedoch die Muskelaktivität und Beschwerden reduziert sowie Zähne und Zahnersatz vor Folgeschäden geschützt werden. Besonders bei stressbedingtem Wachbruxismus kann sich das Verhalten verändern, wenn Sie die Auslöser des Zähneknirschens erkennen und gezielt gegensteuern.

Die Behandlung bei Zähneknirschen richtet sich nach Ihren Beschwerden und möglichen Auslösern. Eine individuell angepasste Knirsch- oder Aufbissschiene kann Ihre Zähne vor weiterem Abrieb schützen. Ergänzend können Sie durch Selbstbeobachtung, Entspannungstechniken und Stressreduktion das Zähneknirschen reduzieren. Außerdem können Physiotherapie, Psychotherapie, eine CMD-Behandlung und Funktionsdiagnostik, Osteopathie oder Dentosophie sinnvoll sein.

Eine medikamentöse Standardtherapie gegen Bruxismus gibt es nicht. Wirkstoffe wie Clonidin, Clonazepam oder Gabapentin wurden vor allem bei Schlafbruxismus untersucht. Der bisher nachgewiesene Nutzen ist jedoch gering und nicht zuverlässig. Medikamente werden deshalb nicht routinemäßig gegen Bruxismus eingesetzt und kommen höchstens in ausgewählten Einzelfällen nach ärztlicher Abwägung infrage.

Bei ausgeprägtem Bruxismus kann Botulinumtoxin Typ A gezielt in stark beanspruchte Kaumuskeln, zum Beispiel den Masseter, injiziert werden. Der Wirkstoff hemmt dort vorübergehend die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel, sodass sich die Muskelaktivität und die beim Pressen wirkende Kraft reduzieren. Bei KU64 bieten wir diese Behandlung nach individueller Untersuchung an. Sie kann Beschwerden lindern und das Kausystem entlasten, behandelt jedoch nicht automatisch die Ursache des Zähneknirschens.

Die Behandlung mit Botulinumtoxin bei Bruxismus und CMD bei Zähneknirschen ist in Deutschland keine Kassenleistung und wird als Selbstzahlerleistung (IGeL) abgerechnet. Die Kosten richten sich nach dem Umfang der Behandlung. Vorab erhalten Sie einen transparenten Kostenvoranschlag, damit Sie die zu erwartenden Kosten kennen.

Welche Krone bei Bruxismus geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, welcher Zahn betroffen ist, wie stark Sie knirschen oder pressen und wie Ihr Biss belastet wird. Da Bruxismus das Risiko für Schäden an Zahnersatz erhöht, müssen Material, Gestaltung und Belastung individuell aufeinander abgestimmt werden. Bei KU64 empfehlen wir häufig bei Zähneknirschen besonders belastbare Materialien wie Vollkeramik (Zirkonoxid) oder Gold.